Aktuelles
   Kaffeestraße 2 | 28779 Bremen-Blumenthal | Tel. 04 21 - 60 10 66 | Fax 04 21 - 600 71 39

Aktuelles

Akne – mehr als ein paar Pickel in der Pubertät
20. Januar 2020 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Mitesser und Pickel – das kennen die meisten Teenager. Bei manchen verläuft eine Akne jedoch so ausgeprägt, dass Narben als unschöne "Jugenderinnerung" zurückbleiben können. Das muss nicht sein: Beim Hautarzt gibt's Medikamente und zudem nützliche Tipps, die wirklich helfen.

Fast jeder Jugendliche hat mit Mitessern und dem einen oder anderen Pickel zu kämpfen. Mit der richtigen Reinigung und Pflege lässt sich die unreine Haut meist in den Griff bekommen. Zusätzlich können sich jedoch entzündliche, mit Eiter gefüllte Pusteln, schmerzhafte Papeln und eitrige Knoten entwickeln, die vor allem im Gesicht, aber auch an Brust, Rücken und Oberarmen auftreten.

Für die Akne verantwortlich sind hormonelle Veränderungen in der Pubertät. Diese führen zu einer vermehrten Aktivität der Talgdrüsen. Folge ist die charakteristische fettglänzende Haut, medizinisch Seborrhoe genannt. Gleichzeitig kommt es zu einer übermäßigen Verhornung und Hornzellen verstopfen die Ausführungsgänge der Talgdrüsen – Mitesser (Komedonen) und Pickel bilden sich. In diesem Milieu können sich Propioni-Bakterien besonders gut vermehren, die entzündliche Papeln und eitrige Pusteln begünstigen.

"Die jungen Menschen leiden oft sehr unter der Akne", berichtet Prof. Dr. Martin Schaller von der Universitäts-Hautklinik Tübingen. Gerade in einem Alter, in dem erste Kontakte zwischen Jungs und Mädchen geknüpft werden, können Selbstbewusstsein und soziale Interaktionen von der sichtbaren Hauterkrankung sehr beeinträchtigt werden. Hinzu kommt die Gefahr, dass entzündliche Papeln, Pusteln und Knoten Narben hinterlassen - vor allem, wenn die jungen Menschen selbst daran "herumdoktern" und die Akne nicht fachgerecht behandelt wird.

Frühzeitig zum Hautarzt
Arztbesuche finden Jugendliche zwar meist uncool - Prof. Schaller rät jedoch, frühzeitig einen Hautarzt aufzusuchen. Denn zahlreiche wirksame Akne-Mittel sind verschreibungspflichtig. Der Dermatologe wird geeignete Behandlungsmaßnahmen empfehlen, mit denen sich der Hautbefund bessern und Narben vorbeugen lässt. Außerdem empfiehlt Prof. Schaller seinen jungen Akne-Patienten eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse statt Pommes, Obst statt Süßigkeiten und Vollkorn- statt Weißmehlprodukten. Das tut nicht nur der Haut gut, sondern hält auch fit. Milch steht dagegen im Verdacht, eine Akne zu verschlimmern.

Für die Behandlung der Akne werden verschiedene Wirkstoffe zur äußerlichen Anwendung wie Benzoylperoxid, topische Retinoide und Azelainsäure eingesetzt, auch in Kombination mit Antibiotika. Akne-Mittel können anfangs die Haut austrocknen und Spannen, Brennen oder Stechen hervorrufen. "Nicht selten wird dann die Therapie vorzeitig abgebrochen", so die Erfahrungen des Hautarztes. Um die Verträglichkeit zu verbessern, sollte die Anwendung langsam eingeschlichen werden.

Sehr wirksam bei ausgeprägten Formen der Akne ist die Einnahme von Isotretinoin. "Sorgen bezüglich Nebenwirkungen sollten mit dem Hautarzt vertrauensvoll besprochen werden", rät Prof. Schaller. In niedriger Dosierung ist das Medikament meist gut verträglich. Eine Schwangerschaft muss unter der Einnahme von Isotretinoin und noch einen Monat danach aber unbedingt ausgeschlossen werden, da es zu schweren Schädigungen des Ungeborenen kommen kann. Bei allen jungen Frauen, die Isotretinoin erhalten, muss daher eine zuverlässige und sichere Verhütung mit der Antibabypille gewährleistet sein. Hormonelle Kontrazeptiva haben auch einen günstigen Effekt auf die Akne.

Behandlung erfordert Geduld
"Die Therapie der Akne erfordert allerdings Geduld", räumt Prof. Schaller ein. Die Anwendung der empfohlenen Behandlungsmaßnahmen sollte so konsequent erfolgen wie das tägliche Zähneputzen. Auch wenn es Jugendlichen wie "eine Ewigkeit" erscheint: Mit einem halben Jahr Therapie ist meist zu rechnen. "Dann hat sich aber bei einem Großteil der Patienten die Akne verabschiedet", motiviert Prof. Schaller die jungen Betroffenen.

Quelle: Berufsverband der Deutschen Dermatologen

Weitere News-Beiträge

2020
22. November 2020 Risiko für Basalzellkarzinom bei „Outdoor-Workern“ verdoppelt... |mehr|
22. Oktober 2020 Kassen bezahlen Balneophototherapie... |mehr|
22. September 2020 Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 17 Jahren mit Alopecia areata für Studie gesucht... |mehr|
20. August 2020 Aktuelle Studien zum Thema Haarausfall... |mehr|
4. August 2020 Praktisches Vorgehen in der Haarsprechstunde und bei der Haartransplantation... |mehr|
20. Juli 2020 Diagnostik und Therapie von vernarbendem Haarausfall... |mehr|
20. Juni 2020 Sonnenschutz statt Sonnenbrand... |mehr|
20. Mai 2020 Hautkrebsmonat Mai... |mehr|
22. März 2020 Europaweite Umfrage: Neurodermitispatienten zahlen kräftig drauf... |mehr|
19. März 2020 Praxisbetrieb in der Coronaepidemie... |mehr|
2. März 2020 Dr. Schwichtenberg im TV bei Buten & Binnen... |mehr|
24. Februar 2020 Klinische Studie zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Frauen... |mehr|
Archiv
2019 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2019 anzeigen
2018 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2018 anzeigen
2017 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2017 anzeigen
2016 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2016 anzeigen
2015 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2015 anzeigen
2014 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2014 anzeigen
2013 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2013 anzeigen
2012 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2012 anzeigen
2011 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2011 anzeigen
2010 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2010 anzeigen
2009 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2009 anzeigen
2008 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2008 anzeigen
2007 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2007 anzeigen
2006 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2006 anzeigen
2005 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2005 anzeigen
2004 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2004 anzeigen